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Main-Post BAHN-Projekt

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  • 30.11.2015

Ein Mega-Turbo-Eilauftrag

Auf den ICE-Strecken sind die Züge der Deutschen Bahn in rasanter Geschwindigkeit unterwegs. In ähnlichem Tempo wickelte jüngst die in Waldbrunn angesiedelte Fahrzeugbaufirma Hensel die Fertigung von sieben Einsatzfahrzeugen zur Sicherstellung des Brandschutzes an der ICE-Neubaustrecke Erfurt/Leipzig ab. Ohne die rechtzeitige Auslieferung der Fahrzeuge hätte die für Montag, den 14. Dezember, geplante Inbetriebnahme der ICE-Trasse nicht erfolgen können.
Für ihre handwerkliche Qualität sind die von der Firma Fahrzeugbau Hensel gefertigten Einsatzfahrzeuge in Fachkreisen hinreichend bekannt. Gewöhnlich produziert Hensel jedoch unter Berücksichtigung der individuellen Wünsche der Kunden, zumeist Feuerwehren, Einsatzfahrzeuge als Einzelstücke. Darin ist das Erfolgsgeheimnis des mittelständischen Unternehmens begründet. Dass ein qualitativ hochwertiges Produkt bei Hensel quasi auch im Eiltempo und mehreren Stückzahlen gefertigt werden kann, beweist die Abwicklung des aktuellen Auftrags der Deutschen Bahn. Der Lieferauftrag betraf vier Gerätewagen Logistik, sowie drei Gerätewagen Atemschutz, in Fachkreisen bezeichnet als GW-L2 und GW-A.
Besonderheit des Auftrags war, dass er wegen der vorgegebenen Lieferfrist bei Hensel im Produktionsablauf gewissermaßen nebenbei mitlief. Denn als letzten Baustein zur Inbetriebnahme der neuen ICE-Strecke von Erfurt nach Leipzig hatte die Deutsche Bahn die Ausschreibung für die erforderlichen Sondereinsatzfahrzeuge der Feuerwehren ausgeschrieben. „Eigentlich war die Lieferfrist für die Fahrgestelle länger als der Zeitraum, der bis zur Auslieferung der fertigen Fahrzeuge zur Verfügung stand. Manch ein Mitbewerber hätte sicher gerne auch die jeweils rund 240 000 Euro teuren Fahrzeuge gebaut. In der wenigen Zeit, die dafür zur Verfügung stand, trauten aber nur wir uns das zu“, sagt Firmeninhaberin Ines Hensel mit Stolz.
„Es war ein Mega-Turbo-Eilauftrag. Aber wir haben es geschafft“, schwärmte Joachim Radke voller Stolz bei der Endabnahme zweier Fahrzeuge in der Werkhalle. Radke ist verantwortlicher Vertriebsleiter beim Fahrzeugbau Hensel. „Dass wir gut und dennoch günstig können, bestätigen uns unsere Kunden. Zu alledem können wir jetzt sogar auch schnell“, zeigt sich der Vertriebsleiter überzeugt und begeistert über die Leistung der Belegschaft. „Letztlich ging der Auftrag an uns, weil wir konstruktive Vorschläge unterbreiten konnten, sowohl zur Optimierung der Fahrzeug-Ausstattung als auch zur Verringerung der Lieferzeit. Denn ohne einsatzfähige Fahrzeuge dürfte die ICE-Strecke nicht in Betrieb gehen. Somit haben wir die für uns sprechende Fachkompetenz und Innovationsvermögen bestätigt“, resümierte die Firmeninhaberin die gelungene Abwicklung.
Erst am 17. Juli hatte Hensel durch die Deutsche Bahn den Auftrag erhalten. Die Produktion startete bereits eine Woche später, lange bevor am 2. Oktober das erste Roh-Fahrgestell überhaupt zur Fertigmontage auf dem Werksgelände eintraf. Entgegen der gängigen Praxis wurden vorab die Fahrzeugaufbauten samt aller notwendigen Leitungen und Verbindungen vorgefertigt, um keine Zeit verstreichen zu lassen. Schon am 13. November konnte das erste Fahrzeug ausgeliefert werden.
Die Fahrzeuge sind so konzipiert, dass sie zum Abtransport von Verletzten aus Tunnels schnell umgerüstet werden können. Bei aller zeitlichen Herausforderung zur Einhaltung des Liefertermins kam erschwerend hinzu, dass zur Einfahrt in Tunnels wegen des vorgegebenen Gleisabstands eine besondere Bereifung für die Fahrzeuge gefunden werden musste.
Zwischenzeitlich befinden sich nur noch drei Fahrzeuge zur Endabnahme in der Produktionshalle. „Ohne Sonder- und Wochenendschichten unserer aktuell 76 Mitarbeiter freilich hätte der Liefertermin dennoch nicht eingehalten werden können“, schütteten die Hensel-Verantwortlichen Lob aus auf die Belegschaft. Am Donnerstag, 3. Dezember soll das letzte der sieben Fahrzeuge ausgeliefert werden.

Herbert Ehehalt 30. November 2015  17:00 Uhr
MAIN-POST, 1.12.2015

 

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